Ich heiße Katharina Sykes und habe 1990 in Bonn die staatliche Prüfung zur Hebamme abgelegt.

Seitdem habe ich 20 Jahre in Deutschland und England Frauen bei ihren Geburten in Kreißsälen verschiedener Größen (von 400 bis 4000 Geburten pro Jahr) begleitet. In der Schwangerenvorsorge und Wochenbettbetreuung bin ich mittlerweile seit 25 Jahren tätig.

1998 haben wir eine Familie gegründet. Ich bin sehr dankbar für dieses Geschenk. Diese Familie war mir und meinem Job gegenüber immer sehr loyal. Wie oft stand das Essen fertig auf dem Tisch, wenn ich nach mehreren Überstunden aus dem Kreißsaal kam.
Und was hat mein Kind sich gefreut, als ich die Schichtarbeit im Kreißsaal eingestellt habe, um mehr Zeit für sie zu haben. So traurig Trennung und Tod sind, so haben sie mir vieles im Leben beigebracht. Ich weiß einiges zum Arbeiten-mit-Kind und Bindung-zum-Vater-Aufrechterhalten in Trennungssituationen und auch zur Salutgenese im Umgang mit sich selbst als Frau und gute Mutter.

In meiner Arbeit ist mir wichtig, Frauen zu stärken. Vor der Geburt zu lernen, Wünsche zu äußern, nach einer Geburt Offenheit für die Zeichen des Babies zu unterstützen: Will mein Kind mich ärgern, wenn es abends schreit oder hat es einen evolutionsbedingten Grund, ein Muster, das bisher überlebenssichernd war? Was können Sie tun, um Ihre Bindung zu entwickeln und was muss man vielleicht alles nicht tun? Müssen Sie Schwierigkeiten von Ihrem Kind fernhalten oder einfach aushalten. Wie können Sie es dabei unterstützen? Da tauchen spannende Fragen auf, neben all den Fingerfertigkeiten, die es zu lernen gibt.

Ich wollte schon immer studieren, in der Wartezeit auf eine Lehrstelle habe ich dieses tun dürfen, danke dafür meinen Eltern. Ich wollte schon seit der 12. Klasse Hebamme werden und wie der Doktor aus den Yorkshire Dales von Hof zu Hof fahren und nach besonders berührender Arbeit den Sonnenuntergang tiefsinnig betrachten. Genau das tue ich hier in Verden und umzu und freue mich immer wieder darüber.